Eckernförder Bürgerschützengilde von 1570 e.V.

Ein kurzer Einblick in die Tradition und Geschichte der Eckernförder Bürgerschützengilde von 1570 e.V.
(Gelbe Westengilde)

Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!
(Gustav Mahler nach Thomas Morus) 

 

Wesen und Sinn

Die Gilde ist heute eine Traditionsgemeinschaft, deren Mitglieder sich zusammengefunden haben, um das Gildebrauchtum als wertvollen Bestandteil unserer (Stadt-) Geschichte wach zu halten, an nachfolgende Generationen weiterzugeben, sich bei Todesfällen zu unterstützen und dies durch eine jährliche wiederkehrende Gildefeier zu Pfingsten nach überlieferten Regularien auch der Bevölkerung deutlich zu machen.



Rechtsstellung

Die Gilde ist weder eine ständische Vereinigung noch ein elitärer Club, sondern ein satzungsgebundener Verein, dessen Wirken frei  ist von parteipolitischen, konfessionellen, beruflichen,  rassistischen und militärischen Anschauungen. Es gilt uneingeschränkt das ehrenamtliche Prinzip. Die Tätigkeit ist selbstlos und verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke.
Die Gilde ist Mitglied im Norddeutschen Schützenbund.

Blick in die Gildechronik

Die Gilde ist die älteste urkundlich verbriefte Bürgervereinigung unserer Heimatstadt Eckernförde. Sie wurde 1570 aus der Kaufmannschaft heraus zum Schutz des Eigentums der Bürger und zur Hilfe bei Todesfällen als bewaffnete Schutzgemeinschaft mit festen Artikeln gegründet. Die Artikel dieser "löblich privilegierten Schützen und Todten-Gilde" wurden in plattdeutsch abgefasst, aber bereits ab 1650 ins Hochdeutsche übertragen.


War die Gilde ursprünglich kriegstrachtenartig uniformiert, so tragen die Gildebrüder heute als Festkleidung einen schwarzen Anzug, weißes Hemd mit weißem Querbinder (Fliege) und den schwarzen Zylinder. Ein besonderer Schmuck ist die gelbe Weste mit goldglänzenden Knöpfen; ob als Kennzeichen der Leichenträger während der Pest 1629 entstanden oder danach als Ausdruck der Lebensfreude und Hoffnung nach überstandenem Unglück, ist nicht eindeutig überliefert. Sie hat jedenfalls zum volkstümlich sympathischen Beinamen "Gelbe Westengilde" geführt.



Letztmalig 1713 im Nordischen Krieg waren Gildebrüder "unter Waffen" zur Verteidigung der Stadt und zum Schutz der Bevölkerung gegen Plünderer und Räuber im Einsatz. An diese wehrhaften Zeiten erinnert noch heute das säbeltragende Offizierscorps mit seinen grün-weißen Uniformen und dem hahnenfedergeschmückten Zweispitz, das der Gilde stets fahnentragend vorangeht.



Nach 1933 verlor die Gilde Ihre Eigenständigkeit und konnte erst 1951 wieder ein Gildefest feiern.
Ab 1953 wurde und wird bis heute wieder in alter Tradition mit historischen Gewehren auf den Papagoyenvogel auf der Stange um die Königswürde geschossen.
1970 feierte die Gilde unter großer Beteiligung der Stadt, der Bevölkerung und vieler befreundeter Gilden und Vereine strahlend das 400-jährige Gründungsjubiläum. Alle Höhen und Tiefen hat die Gemeinschaft überstanden. Das will sie auch in die Zukunft tragen.

Eckernförder Bürgerschützengilde von 1570 e.V.    webmaster@gelbe-westengilde.de