Neulich in der Vogelfabrik

Eckernförde - 14.05.2025

Oder: Warum liegen hier eigentlich vier Flügel und zwei Schwänze rum?

Eckernförde, Werkstatt der Gelben Westen Gilde, Dienstagabend. Der Papagoyenvogel der Gilde nimmt langsam Gestalt an. Oder besser gesagt: Gestalten? Draußen kreischt eine Möwe – drinnen auch, allerdings war das keine Möwe.

Denn als sich die Tür zur Werkstatt öffnet und ein neugieriger Gildebruder den Raum betritt, hört man nur ein perplexes:
„Warum haben wir hier eigentlich vier Flügel und zwei Schwänze liegen? Bauen wir jetzt zwei Vögel oder was?“

Die Antwort: Ein kollektives Schweigen, gefolgt von nervösem Lachen und der Frage, ob vielleicht jemand aus Versehen doppelt gesägt hat – oder ob der Papagoy dieses Jahr einfach… besonders majestätisch wird.

Theorie 1: Vogel-Mutation.
Vielleicht haben wir aus Versehen den Bauplan eines Drachenvogels erwischt. Vier Flügel – klar, damit er gegen den Nordwind ankommt. Zwei Schwänze? Sicher für die Balance beim Looping wenn er beim Marsch durch die Stadt über die Gildebrüder schweben will.

Theorie 2: Backup-System.
„Redundanz ist das A und O“, sagt unser Chef-Ingenieur, während er liebevoll einen Flügel anschraubt. „Falls einer abfällt, haben wir noch einen.“ Wer will schon einarmig fliegen? Eben.

Theorie 3: Holz hat sich vermehrt.
Seit wir das neue Erlenholz verwenden, ist alles möglich. Vielleicht haben wir eine besonders fruchtbare Holzcharge erwischt? Biologen sind informiert.

Was wirklich passiert ist?
Nun ja – es könnte sein, dass der Schwung an Bauteilen vom letzten Jahr im Lager unter der Kategorie „Wichtig: nicht verlieren!“ einsortiert wurde. Und dann nochmal gebaut wurde. Sorgfaltspflicht und so.

Aber am Ende ist es wie immer:
Wenn die Gelben Westen bauen, wird’s ein Unikat. Egal ob mit zwei, vier oder acht Flügeln – Hauptsache der Vogel sieht gut aus, passt an den Vogelmast und flattert würdevoll über dem Strand.

Und wer weiß – vielleicht bauen wir nächstes Jahr ja wirklich drei. Dann können sie im Formationsflug über den Strand fliegen.

Bis dahin: Holz frei und Flügel dran!
Eure leicht überbauten Vogelbauer Kelvin und Krischan Stapelfeldt